Bürgerentscheide vorerst ohne Hürden
Bestes Gesetz für kommunale Bürgerbeteiligung
Heute am 25. Januar 2012 wird die Hamburger Bürgerschaft das aus meiner Sicht beste Gesetz für kommunale Bürgerbeteiligung – vermutlich – einstimmig beschliessen. Vor 2 Jahren hatten meine Fraktion und ich zu einem “Rathausgipfel zur Zukunft der Bürgerentscheide” geladen. Nun, nach 2 Jahren und einer Neuwahl, liegt das Ergebnis vor. Leider wird die Verabschiedung mit einer Debatte um Hürden für Bürgerentscheide belastet…
Zwar wollen alle Fraktionen diesem Gesetz zustimmen und auch der Verein Mehr Demokratie unterstützt die Neuregelungen, doch werden CDU und FDP mit eigenen Anträgen für eine Einschränkung von Bürgerentscheiden in den Bezirken werben. Die alleinregierende SPD will auch Hürden einführen, will aber die Verabschiedung dieses Gesetzes nicht gefährden.
Denn Mehr Demokratie hat damit gedroht, dann ein Referendum über Hürden von Bürgerentscheiden auf den Weg zu bringen. Denn das Gesetz für Bürgerbegehren und Bürgerentscheide wurde – ohne Hürden – 1998 vom Volk in einem Volksentscheid beschlossen. Und seit der Verbindlichkeitsregelung in der Hamburger Verfassung aus dem Jahr 2008 können ca. 30.000 gesammelte Unterschriften gegen eine Änderung von einem volksbeschlossenen Gesetz ein Referendum (Volksentscheid) erzwingen. Das Gesetz würde solange nicht in Kraft treten.
Deshalb will die alleinregierende SPD erst einmal dieses einvernehmliche Gesetz verabschieden, um dann später vielleicht doch noch Hürden für Bürgerentscheide einzuführen, mit den o.g. Konsequenzen. Die Anträge von CDU und FDP werden deshalb “vorsichtshalber” in den Verfassungsausschuss überwiesen, wo sie jederzeit “wiederbelebt” werden können.
Auch in der GAL wird über Hürden für Bürgerentscheide diskutiert, um falsche Mehrheiten zu verhindern. Ich persönlich bin gegen Hürden bei Bürgerentscheiden, weil ich glaube, dass dies die Bürgerbeteiligung in den Stadtteilen abwürgen würde und den Kompromisswillen der gewählten Bezirksabgeordneten erheblich verringern würde. Lesen dazu auch gerne mein Plädoyer für die Bürgerbeteiligung in den Stadtteilen.
Gesetzentwurf zu Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden
Gemeinsame Presseerklärung aller Fraktionen und Mehr Demokratie
CDU-Antrag für Hürden bei Bürgerentscheiden
FDP-Antrag für Hürden bei Bürgerentscheide
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Neue Vorschläge für Bürgerentscheide
Aktuelle Presse dazu:
Fotos vom buntesten Empfang Hamburgs
GAL-Neujahrsempfang mit 1.200 Gästen so groß wie nie
Zum GAL-Neujahrsempfang am 20. Januar 2012 im Hamburger Rathaus strömten 1.200 Gäste und feierten ausgelassen das neue Jahr 2012. Der Erste Bürgermeister Olaf Scholz, die Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit, die US-Generalkonsulin Patersen und auch Theaterintendant Corny Littmann waren dabei.
Unterkunft für Ex-Sicherungsverwahrte
Senat trägt jetzt Verantwortung für Situation in Jenfeld
Auch der zweite ehemals Sicherungsverwahrte in die Übergangs-Unterkunft in Jenfeld eingezogen. Damit trägt der SPD-Senat jetzt auch eine große Verantwortung für das Gelingen seines Konzepts. Die GAL-Fraktion hofft, dass die beiden Betroffenen die Chance auf ein halbwegs normales Leben erhalten – auch von den Anwohnerinnen und Anwohnern. Es wird schwer für den Senat, noch die Akzeptanz der Menschen im Quartier zu gewinnen. Deshalb muss die Suche nach einer Anschlusslösung mit Hochdruck vorangehen.Die kurzfristige und geheim gehaltene Verlegung der Betroffenen erweckt den Eindruck, dass die ehemals Sicherungsverwahrten nur unter erheblichen Druck der Behörden in die Unterkunft in Jenfeld erfolgen konnte – zumal sie diese Lösung zuvor abgelehnt hatten. Auch dieser Umstand erschwert das Gelingen des Zusammenlebens in Jenfeld.
Meine Fraktion und ich appellieren auch an die Anwohnerinnen und Anwohner, den Betroffenen die Chance auf ein halbwegs normales Leben in Jenfeld zu geben. Denn diese tragen an der völlig missglückten Informationspolitik des SPD-Senats keine Schuld. Weil die Unterkunft in Jenfeld nur bis Jahresende belegt werden kann, fordern wir den Senat auf, schnell für eine Anschlusslösung zu sorgen. Dafür bieten sich weiter die stadteigenen Häuser am Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis an. Jetzt ist der Zeitpunkt, diese für eine Belegung ab 2013 herzurichten und aktuell für ein etwaige Notlage in Jenfeld bereitzuhalten.“
Bürgerbrief an die Anwohner in Jenfeld, Horn, Billstedt
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Unterkunft für Ex-Sicherungsverwahrte
Elektronische Fußfessel erzeugt nur Scheinsicherheit
Meine Reden zum Thema Sicherungsverwahrung auf meinem YouTube-Kanal
Willkommen zum Neujahrsempfang 2012!
Farid Müller und Fraktion laden zum Neujahrsempfang ins Rathaus
Am 20. Januar 2012, 19:30 Uhr ist es wieder soweit, die GAL-Bürgerschaftsfraktion mit Farid Müller laden zum traditionellen Neujahrsempfang ins Rathaus ein. Mit dabei wieder die Wunderbar für die Musik und zum Weiterfeiern, das Cafe Gnosa zum Vor- und Nachfeiern, die Jungs vom AIDS-Präventionsprojekt Hein & Fiete für das Catering und unendliche viele Gäste….
Als Gastredner erwarten wir den Fraktionsvorsitzenden und Spitzenkandidaten Robert Habeck der schleswig–holsteinischen Grünen aus Kiel. Anja Hajduk, Ex-Senatorin und stellv. Fraktionsvorsitzende der GAL-Bürgerschaftsfraktionen werden mit mir das grün politische Jahr 2012 einläuten. Nach den Reden ist bei Sekt und Häppchen Raum für Plauderei. DJ Mika aus der Wunderbar wird den Empfang musikalisch begleiten.
Impressionen vom GAL-Neujahrsempfang 2011
Get the Flash Player to see this player.Um Anmeldung wird gebeten bis Dienstag, den 17. Januar 2012: Britta Pläschke, Tel. 040-42831-1397 oder info@gal-fraktion.de
Wer gerne seine Neujahrseinladung demnächst direkt erhalten möchte, kann in den Abgeordnetenbüro-Verteiler Farid Müller aufgenommen werden und sendet bitte seine Mail- und Postadresse an farid.mueller@gal-fraktion.de; Stichwort ‘Neujahrsempfang’.
Mehr Fotos vom letzten Neujahrsempfang können über folgenden Link eingesehen werden:
Unterschreiben für mehr Transparenz!
Bitte noch unterschreiben für mehr Transparenz in der Verwaltung
Die von Mehr Demokratie, dem Chaos Computer Club und Transparency International entwickelte Gesetzesvorlage hat als Volksinitiative schon nach wenigen Wochen ca. 8.000 Unterschriften gesammelt und benötigt auf dem Endspurt bis zum 9. Dezember noch mehr Unterstützung, um die Hürde von 10.000 gültigen Unterschriften für einen Volksentscheid zu erreichen. Es geht um das bisher anspruchsvollste Transparenzgesetz in Deutschland, welches die Verwaltung zu mehr Offenheit zwingt.
Wir Grüne haben mehr Transparenz der Verwaltung und Regierung immer unterstützt und zuletzt in der schwarz-grünen Koalition das Informationsfreiheitsgesetz weiter ausgebaut. Unter anderem sind jetzt auch Körperschaften des Öffentlichen Rechts von der Auskunftspflicht betroffen, wie zum Beispiel die Hamburger Stadtreinigung. Auch haben wir eingeführt, dass die Bürgerinnen und Bürger spätestens nach 4 Wochen Klarheit darüber haben, ob die Verwaltung die Auskunft erteilen will oder nicht. Eine Nichtauskunft gilt dann verwaltungstechnisch als Ablehnung, welche dann mit einem Widerspruch belegt werden kann, am Ende kann auch das Verwaltungsgericht angerufen werden.
Das jetzt zur Abstimmung gestellte Gesetz macht aber einen großen Sprung nach vorne und sieht ein Offenlegen auch von Verträgen und Gutachten der Stadt vor, siehe Entwurf unten. Wir Grüne unterstützen den Entwurf in seiner Zielsetzung, wollen aber nach Erreichen der ersten Stufe der Volksgesetzgebung eine Fachanhörung mit Experten durchführen. Ziel soll sein, alle Neureglungen auf ihre Tauglichkeit nach Datenschutz persönlicher Daten abzuklopfen und die Frage der Wahrung des Gemeinwohls der städtischen Interessen, vor privaten Interessen bei Offenlegung z.B. von Verträgen besser einzuschätzen.
Sollte es aus unserer Sicht dann wichtigen Änderungsbedarf geben, würden wir Grüne der Initiative eine Überarbeitung des Gesetzentwurfs empfehlen.
Aber, damit es überhaupt soweit kommt, braucht die Initiative noch Unterschriften, Sie können die Unterschriftenblätter hier downloaden und natürlich auch den Gesetzentwurf.
Infos zur Volksinitiative:
http://www.transparenzgesetz.de
Infoflyer zum Gesetzentwurf: TransparenzSchafftVertrauen
Unterschriftenliste Transparenz schafft Vertrauen
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Neue Vorschläge für Bürgerentscheide
Parlamentarier und Mehr Demokratie arbeiten an neuen Regeln
Seit 1 1/2 Jahren arbeiten Abgeordnete aller Fraktionen und Mehr Demokratie, zuerst auf grüne Einladung, nach der Bürgerschaftswahl auf rot-grüne Einladung hin, an neuen Regeln für die Bürgerentscheide (den kleinen Volksentscheiden auf bezirklicher Ebene) in Hamburg. Anfang 2012 soll ein Gesetzentwurf die Bürgerschaft erreichen.Heute am 1. Dezember 2011 berichtet das Hamburger Abendblatt über den aktuellen Stand der Verhandlungen zwischen den Fraktionen und Mehr Demokratie in Hamburg. Natürlich steht noch nichts fest, denn die Abgeordneten der Fraktionen haben nur den Auftrag einen Gesetzesvorschlag zu entwickeln, der dann allen 5 Fraktionen der Hamburger Bürgerschaft vorgestellt wird. Ziel ist ein fraktionsübergreifender Gesetzentwurf für eine Neuregelung der Bürgerentscheide auf Bezirksebene. Hier ein Auszug der geplanten Neuregelungen:
- das Bezirksamt prüft verbindlich den Inhalt des Bürgerbegehrens bei Bekanntgabe, dies muss spätestens bis zur Abgabe eines Drittel der notwendigen Unterschriften abschließend erfolgen. Zieht der Senat die Zulässigkeitsprüfung an sich, unterrichtet er unverzüglich die Bürgerschaft
- Nach Abgabe eines Drittels der notwendigen Unterschriften für ein Bürgerbegehren tritt die Sperrwirkung für das Bezirksamt spätestens nach 10 Tagen (Auszählzeit) ein (vorausgesetzt ist gab eine positive Zulässigkeitsprüfung). D.h. die Verwaltung darf keine dem Bürgerbegehren entgegengesetzte Maßnahme mehr durchführen, bis innerhalb von 6 Monaten alle notwendigen Unterschriften gesammelt und abgegeben werden.
- Die Bezirksversammlung kann selbst vom Zeitpunkt der Feststellung der Zulässigkeit eines oder mehrerer Bürgerbegehren/s bis zum Ende der Sperrfrist diese/sr Bürgerbegehren nach Anhörung der beteiligten Vertrauenspersonen einen Bürgerentscheid ansetzen und so die Fristen eines Bürgerentscheid im Bezirk beschleunigen.
- Der Bezirksabstimmungsleiter kann mehrere Bürgerentscheide auf einen Tag bündeln und mit Zustimmung der Bezirksversammlung von Terminfristen abweichen.
- Die Inhalte eines Bürgerentscheids, die nicht in der Zuständigkeit der Bezirksversammlung liegen, sollen für die Bürgerinnen und Bürger kenntlich gemacht werden
- Bei Streitigkeiten über die Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens können die Vertrauensleute das Amt für die Bezirke für eine Schlichtung anrufen und um Vermittlung bitten (genaues Verfahren noch offen)
- Die Bezirksabstimmungsleiter sollen genauso unabhängig und weisungsungebunden gestellt werden, wie der Landesabstimmungsleiter.
- Die Moderationsmöglichkeiten zwischen Vertrauensleuten der Bürgerbegehren und der Bezirksversammlung sollen ausgebaut und mit Fristverlängerung verbessert werden.
- Analog zum Volksentscheid soll es in Zukunft ein Heft der Bezirksversammlung mit Informationen zum Bürgerentscheid geben, indem die Meinungen der Fraktionen auf der einen Seite und die der Bürgerinitiative auf der anderen Seite dargestellt werden.
- Für 2 Jahre darf nach einem Bürgerentscheid nicht zum gleichen Thema ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht werden.
Das Thema Quoren (Mindestzustimmungshürden) für die Bürgerentscheide ist immer wieder in den Gesprächen und Verhandlungen aufgetaucht. CDU und SPD haben sich mit Vorschlägen abgewechselt. Die Vertreter von Mehr Demokratie haben deutlich gemacht, dass sie dann die Verhandlungen am Runden Tisch verlassen würden und bei Verabschiedung von Mindestabstimmungshürden (im Gespräch waren und sind 20% der Wahlberechtigten) einen neuen Volksentscheid nach der Verbindlichkeitsklausel in der Hamburger Verfassung anstreben würden.
Die Befürworter von Mindestabstimmungshürden beziehen sich auf eine gleiche Regelung für Volksentscheide auf Landesebene, warum dann nicht auch auf Bezirksebene? Untermauert wird das Anliegen, mit dem Argument, wenn nur eine kleine Minderheit, wie zuletzt in Nord mit dem Bauvorhaben Langenhorn 73 (mit ca. 14% Beteiligung), dann entscheiden kann, ist das undemokratisch und dient nicht dem Gemeinwohl.
Ich sehe das kritisch, weil wir dann kaum noch Anliegen aus den Stadtteilen mit der direkten Demokratie lösen können. Natürlich sind oft Bauvorhaben Gegenstand von Protesten. Bei den groß geschnittenen Bezirken in Hamburg ist es aber schwer, weit entfernte Stadtteile für die örtlichen Probleme in anderen Stadtteilen zu begeistern. Alternativ dann Bürgerentscheide auf Stadtteilebene einzuführen birgt aber die Gefahr von Sankt Florians Entscheidungen, weil dann die Stadtteile sich unbequeme Punkte wie zum Beispiel eine Drogenberatung oder eine Flüchtlingsunterkunft vom Leib halten können. Gemeinwohlinteressen würden so auch unter die Räder kommen. In der Struktur einer Einheitsgemeinde, in denen die Bezirke keine abschließende Regelkompetenz haben, wie die Kommunen in Flächenländern, ist das eine schwer auflösbare Problematik.
Ich bin daher der Überzeugung, dass wir die o.g. Neuregelungen zusammen verabschieden sollten und wir sehen müssen, wie sich bewähren. Sollte es zukünftig in erhöhten Masse Bürgerentscheide gegen den sinnvollen Bau von Wohnungen geben, können diese z.B. auch mal an einen Tag zur Abstimmung kommen und die Hamburger können dann gebündelt mal über 1.000 neue Wohnungen entscheiden, das kann die Beteiligung dann auch erhöhen. Am Ende kann der Senat auch immer frühzeitig bei Erreichen der notwendigen Unterschriften für ein Bürgerbegehren den Bau an sich ziehen (evozieren) und so einen Bürgerentscheid verhindern, wenn aus seiner Sicht gesamtstädtische Interessen berührt sind.
Wie ist Ihre Meinung dazu? Schreiben Sie mir (siehe Kommentarfunktion unten)
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Elektr. Fussfessel erzeugt nur Scheinsicherheit
Nach Hamburg, nun auch Schleswig-Holstein: Die elektronische Fussfessel kommt
Alle glauben an die Technik und an mehr Sicherheit…doch, das Instrument der elektronischen Fussfessel kann keine Wunder vollbringen. Deren Wirkung basiert auf der Hoffnung einer präventiven Einschüchterung von mutmasslich noch gefährlichen ehemaligen Straftätern oder Sicherungsverwahrten…
Auch Hamburg will an diese Scheinsicherheit glauben, deswegen hat der neue SPD-Senat seit einigen Monaten einen Probelauf mit einem entlassenen Strafgefangenen mit dem Hintergrund einer Sexualstraftat.
Der Hamburger Proband wurde mit Bedacht ausgewählt, seine Rückfälligkeitsgefahr wird eher als gering eingestuft, um das Instrument nicht gleich beim ersten Versuch zu diskreditieren. Wir Hamburger Grünen stehen diesem Instrument aber sehr kritsch gegenüber, weil der Bevölkerung damit Scheinsicherheit suggerriert wird. Auf der anderen Seite fallen erheblichen Kosten für die Überwachung und Wartung dieser ganzen Maschinerie an.
Und noch eine Info, es werden nur die Bewegungslinie der Fussfessel aufgezeichnet, eine Rund-um-die-Uhr Bewachung gibt es so nicht. D.h. die Tat passiert, und kann vielleicht anhand einer späteren Nachvollziehbarkeit, ob der Fussfesselträger in der Nähe der Tat war, etwas besser aufgeklärt werden. Als alleiniges Beweismittel taugt das aber nicht vor Gericht.
Und, was noch viel wichtiger ist, präventive Abschreckungswirkung basiert auf der Hoffnung, dass bestimmte Taten rational geplant werden. Das ist aber bei den meisten Sexualstraftaten und schweren Gewalttaten gar nicht der Fall…
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Haushalt 2011/12: Lesbisch-schwule Jugendarbeit stärken
GAL-Bürgerschaftsfraktion setzt sich einzige Partei für mehr Mittel ein
Ab Dienstag, den 22. November wird die Hamburger Bürgerschaft innerhalb von drei Tagen den Haushalt 2011/12 des Bundeslandes Hamburg beschließen. Gleich am Dienstag, 22. November werden die Abgeordneten über den einzigen Haushaltsantrag im Rahmen der Homopolitik entscheiden.Nach Regierungsübernahme der SPD im Februar 2011 gibt es im Bereich der Jugendarbeit für Lesben und Schwule mehr Fragezeichen als Antworten. Immerhin hat die SPD die von uns Grünen bereitgestellte Mittelerhöhung von 65.000€ für die schwule Jugendarbeit nicht gestrichen. Leider aber den Verwendungszweck geändert, jetzt sollen die 65.000€ auch noch für lesbische Jugendliche verwendet werden. Also die Mittelverwendung für den gleichen Betrag ausgeweitet.
Wir Grüne meinen, dass lesbische Jugendarbeit nicht auf Kosten der schwulen gestärkt werden sollte und haben daher einen gedeckten Haushaltsantrag eingebracht, der die Mittel für das JungLesbenZentrum Intervention um ca. 20.000€ erhöht. Aus einer Kleinen Anfrage an den Senat war hervorgegangen, dass dieses Zentrum eben genau diese Summe auch beantragt hat.
Wir bedauern sehr, dass die SPD-Senatorin Schiedeck nicht den Willen oder die Kraft hat, den von uns Grünen erkämpften Zusatzbetrag von 65.000€ noch einmal für die lesbische Jugendarbeit zu erhöhen. Deshalb haben wir nun selbst diesen Antrag eingebracht und hoffen auf eine Mehrheit in der Bürgerschaft. Wer gestalten will, muss auch die Mittel dafür erkämpfen. Da der Bürgerschaft aber bis heute kein Konzept für die zukünftige lesbisch-schwule Jugendarbeit vorliegt, muss man annehmen, dass der SPD-Gestaltungswille sich hier in Grenzen hält….
Insgesamt scheint sich aber bei der lesbisch-schwulen Jugendarbeit, ein Gezeitenwechsel einzustellen. Bis 2008 war Intervention nicht bereit, über eine gemeinsame lesbisch-schwule Jugendarbeit nachzudenken. Das ändert sich nun gerade, und das öffnet nun den Weg für ein gemeinsames lesbisch-schwules Jugendzentrum, möglicherweise ergänzt um Transgender-Jugendliche.
Andere Städte wie u.a. Köln, München, Berlin sind diesen Weg schon gegangen, es ist gut, dass dieser Weg jetzt auch in Hamburg geebnet wird. Am Ende bedarf es hier eines neuen Konzeptes und einer Zusammenlegung der Mittel, um ein entsprechendes Jugendzentrum zu ermöglichen. Dafür werden wir Grüne uns jedenfalls einsetzen.
Infos:
Antrag für Mittelerhöhung der lesb.schwule Jugendarbeit
Kleine Anfrage an den Senat zum schwulen Jugendzentrum
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SPD verabschiedet sich vom schwulen Jugendzentrum
Presse:
Mehr tun gegen Homophobie!
HSV und FC St.Pauli fordern mehr Anstrengungen
Gestern abend am 5. November 2011 trafen erstmals Vertreter von zwei Fussball-Profi-Clubs auf offen schwule Amateur-Fussballer anläasslich des startschussMasters Turnier aus ganz Deutschland und dem EU-Ausland. Es ist das größte Turnier seiner Art. Es war schon besonderer Moment für alle, wissen doch alle um das Tabu dieses Themas im Fussball.
HSV-Nachwuchsleiter Reinhardt hofft auf erstes Coming-Out im Profibereich - Pauli-Vizepräsident Spies: Debatte über Homosexuelle teilweise absurd und entwürdigend
Spies sagte, der Profifußball sei einer der wenigen Lebensbereiche, in dem Verklemmung vorherrsche. Es sei in den vergangenen Wochen absurd gewesen, dass Nationalspieler oder ehemalige Nationalspieler betont hätten, nicht schwul zu sein. Konkret bezog sich der 56-Jährige auf die Äußerungen des ehemaligen Wolfsburger Fußball-Profis Arne Friedrich. Spies sagte, er habe es als “entwürdigend” empfunden, dass so etwas nötig sei für Friedrich. Es gebe in dieser Diskussion keine Entspannung, so dass die Anstrengungen, dieses Tabu zu brechen, eigentlich verdoppelt werden müssten. Das Turnier des schwul-lesbischen Vereins Startschuss SLSV Hamburg sei dafür ein wichtiges Zeichen.
Videos vom Turnier:
Rede von Bastian Reinhard; HSV
Rede von Vize-Präsident Spies, FC St. Pauli
Solidarischer Profi-Fussball
Erstmals stützen HH’s Profivereine schwule Amateurfussballer
Erfreuliche Premiere: Hamburg’s Profivereine solidarisieren sich mit schwulen Amateurfussballer anläßlich des bevorstehenden StartschussMaster-Tunier am 5. November 2011 in Hamburg.
Am 5. November 2011 treffen 16 Mannschaften aus ganz Deutschland und Europa in einem Hallenturnier wieder aufeinander. Die Siegerehrung wird auf meine Einladung hin, wieder traditionell im Rathaus stattfinden.
Nur diesmal wird es etwas anders sein. Die immer wieder vielbeklagte Diskriminierung von jungen schwulen Fussballern im Amateurbereich und vor allem im Profigeschäft wird erstmals Solidarität seitens der beiden Profivereine selbst erfahren. Georg Spies, aus dem Vorstand des FC St.Pauli und Bastian Reinhard, Leiter der Nachwuchsabteilung beim HSV, werden auf meine Einladung hin Grußworte zur Siegerehrung sprechen.
Das ist ein erfreuliches Signal für alle anwesenden jungen Fussballer, aber auch ein positives Signal an diejenigen im Profifussball, die sich aus guten Gründen noch nicht geoutet haben, aber natürlich den Versteckstress ständig spüren. Es geht auch real weit über die positiven Signale der Verbandsvertreter hinaus, denn letztlich muss ein Umdenken in den Fussballvereinen vor Ort beginnen. Der 5. November 2011 kann hier im Hamburger Rathaus ein wichtiger Weckruf sein.
Pressereaktionen Profis solidarisieren sich
Hinnerk Hamburgs schwules Stadtmagazin dazu
Ältere Posts zum Thema:
Schwuler Fussball trifft sich in Hamburg
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