http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de

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Bereits seit zwei Jahren lässt Google in Deutschland Gebäude fotografieren und speichern.

Jetzt kündigt der Konzern an, in 20 Städten, darunter Hamburg, sein Projekt Street View zu starten.Viele der 87 Millionen betroffenen Bundesbürger sind skeptisch, ob sie möchten, dass Google ihre Häuser speichert. Das deutet auf eine erfreulich sensiblen Umgang mit Datenschutz hin.

Tatsächlich ist die Speicherung nicht ohne – und nicht mit einem herkömmlichen Foto eines privaten Gebäudes zu vergleichen.

Denn die Erfassung der Gesamtheit einer Stadt, ihre dauerhafte Verfügbarkeit an jedem Ort und zu jeder Zeit und die Möglichkeit der Verknüpfung dieser Daten mit anderen Daten sind nicht ohne.

Außerdem kann über Street View jederzeit auf individuelle Personen – also Sie – zugegriffen werden. Wie leben Sie? Ist das Haus, in dem Sie leben, ordentlich? Wie ist die Nachbarschaft? Das können etwa für Arbeitgeber sehr interessante Fragen sein. das würde die eben geführte Debatte über anonyme Bewerbungen ad absurdum führen.

Gegen das Fotografieren Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung können Sie sich nicht wehren – wohl aber dagegen, dass diese Bilder veröffentlicht werden.

Nun hat Googel angekündigt, dass dieser Widerspruch für die 20 ersten Städte nur vier Wochen lang möglich sein soll – und das auch nur über das Internet.

Das finde ich ausgeprochen ärgerlich. Die Hälfte des Landes ist noch im Urlaub – und viele verfügen eben noch nicht über einen Internetanschluss. Googel verhält sich hier unsensibel und brachial.

Wenn Sie Widerspruch erheben wollen, machen Sie dies am besten per E-Mail (streetview-deutschland@google.com), schriftlich (Google Germany GmbH, betr.: Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg) oder auf der Internetseite von Google. Um Widerspruch erheben zu können, müssen Sie kein Eigentümer sein, es reicht aus, Mieter zu sein. Einen Musterbrief für den Widerspruch hat die Verbraucherzentrale NRW entwickelt.

Umfassende Informationen bietet Ihnen auch der Hamburgische Datenschutzbeauftragte.

Schwarz-Grün hatte bereits im April mit einer Bundesratsinitiative versucht, mit einem Gesetz die Privatsphäre gegenüber derartigen Diensten besser zu schützen.

Kommentare

  1. kermit1942

    wenns nach mir ginge müsste google jeden hausbesitzer um genehmigung bitten ,ich denke dann hätte sich das thema ganz schnell erledigt. euer kermit 1942

  2. Marcus

    Ich sehe es wie kemit1942. Was machen die Leute die kein Internet und Computer haben, besonders die ältere Generation. Diese stimmen bestimmt nicht zu. Zudem hat ein Großteil keine Lust Wiederspruch einzulegen (Faulheit). Man sollte die Gesetze für die Bürger auslegen, man muss vorher um Erlaubnis fragen. Oder dürfte man Beispielsweise jedes Haus beschmieren weil dagegen kein Wiederspruch an alle Graffitysprayer gesendet worden ist? Hat man vielleicht einen vergessen? Dann kommt jedes Unternehmen … Wenn man wie vorgeschlagen um Erlaubnis fragen müsste hätte sich die Sache gegessen, aber die Politiker machen hier ja auch wenig und sehen nicht die Nachteile …

  3. Ingo

    Richtig toll ist, dass Google von allen Widersprüchlern verifizierte Personen- und Adressdaten frei Haus bekommt und nutzen kann… Also doch lieber nicht widersprechen?

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