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Stadthausbrücke: Chance auf Neustart als Geschichtsort?

Während der Nazizeit fungierte das Gebäude an der Stadthausbrücke als Gestapozentrale, in deren Keller Geständnisse erfoltert wurden. Als Erinnerungsort ist dem Investor eine Fläche abgetrotzt worden, eine Buchhandlung/Café nebst Gedenkort waren das Ergebnis. Nun muss die Buchhandlung offenbar aufgeben, eine Chance für einen Neustart des umstrittenen Erinnerungsort?

Vor über 10 Jahren begann die Geschichte, dass der damalige CDU-geführte Senat Grundstück und Gebäude an der Stadthausbrücke an einen Investor verkaufte, der daraus dann die heutigen Stadthöfe entwickelte. Der damalige Senat beim Verkauf dem Investor aufgegeben, dass 700m2 Fläche für die Erinnerung an diesen geschichtsträchtigen Ort zur Verfügung stellen muss.

Foto: Farid Müller

Tatsächlich sind dann nur 300m2 Nettofläche herausgekommen, von denen ein Großteil mit einer Buchhandlung/Café belegt wurden. Die 70m2 reiner Geschichtssort sind in der Verantwortung der Hamburger Stiftung Gedenkstätten und Lernorte.

Diese zu kleine Fläche und deren Nutzung ist seit Jahren in der Kritik, aber die Differenz von Brutto- und Nettogeschoßfläche wollten die jetzigen Eigentümer – Ärzteversorgungswerke Niedersachsen und MeckPom – nicht auflösen. Wir Grüne haben mit der SPD in den letzten Haushaltsverhandlungen der Stiftung auch mit Mitteln für Stellen die Möglichkeit gegeben, diesen Geschichtsort mit der notwendigen Qualität zu kuratieren.

Nun gibt es Medienberichte, dass die Inhaberin der Buchhandlung/Café pandemiebedingt aufgeben möchte. Angeblich soll es schon erste Kontakte und Gespräche zwischen der Kulturbehörde und der Vermieterin zur Zukunft dieses Areals geben.

Wir dürfen gespannt sein, ob sich hier eine Gelegenheit für die Stadt ergibt, dass aus diesem umstrittenen Geschichtsort, vielleicht doch noch ein mehr und mehr angemessen und akzeptierter wird. Selbstverständlich bleibe ich am Thema dran.

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