HBF Südseite

HBF Südseite

In den letzten Wochen wird wieder vermehrt über die Situation am Hamburger Hauptbahnhof, speziell am der Südseite, diskutiert. Für mich und meine Grüne Fraktion steht fest, dass die Situation weniger mit Ordnungspolitik zu lösen ist, als mit Hilfsangeboten und mehr Sauberkeit.Zuerst hat sich Falko Drossmann zu Wort gemeldet und hat diverse kleine Maßnahmen angekündigt, von der Verlegung der Fahrradstellplätzen bis zum Abriss von Mauern. Auch in der Welt am Sonntag wurde über die Situation am Hauptbahnhof geschrieben, diesmal mit dem innenpolitischen Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, der als Opposition keine konkreten Maßnahmen wusste mitzuteilen, aber schon mal Handlungsbedarf seitens des Senats sah.

Tatsächlich ist der Hamburger Hbf mit täglich 500.000 Besuchern der in Deutschland am meisten frequentierte, und wird in Europa nur vom Gare Du Nord geschlagen. Diese Enge wird auch in den nächsten Jahren nicht abnehmen. Die Bahn plant seit Jahren vor sich hin, hat aber immer noch kein Konzept für die Öffnung der Südseite zum Hühnerposten vorgelegt.

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Das aktuelle Unwohlsein wird aber im Wesentlichen durch eine Vielzahl von Trinkern, oft verbunden mit Obdachlosigkeit, in Beziehung gesetzt. Nun ist das öffentliche Trinken nicht verboten, auch nicht vor dem Hauptbahnhof. Dennoch stinkt es in vielen Ecken des Bahnhofsplatzes nach Urin, es liegen viele Betrunkene in den zentralen Aus- und Eingängen des Südausganges, so dass die Passanten oft über oder die liegenden herausteigen müssen. Auch Streitereien zwischen den Trinkern kommen vor und vermindern das subjektive Sicherheitsgefühl der Passanten.

Natürlich ist Verdrängung keine Lösung, welcher Stadtteil weiß das besser als St. Georg. Dennoch finde ich es gut, wenn die Stadtreinigung künftig versucht, mehr Sauberkeit verbunden mit weniger Urin hinzubekommen. Es ist auch ok, wenn die Polizei mal den einen oder anderen Wegblockierer anspricht, damit die zentralen Gehwege aus und in den Hauptbahnhof funktionieren.

Doch wichtig ist uns Grünen auch, dass die Straßensozialarbeiter Trinker und Obdachlose ansprechen und ihnen jeweiligen Hilfen ermöglichen. Auf der anderen Seite wird unser Haubtbahnhof sich auch nicht in Bad Pyrmont verwandeln, denn Trinker wie auch Obdachlose erhoffen sich an diesen viel frequentierten Bahnhof auch Spenden und die schnelle Möglichkeit bis spät in den Abend einzukaufen.

Das fußläufige Winternotprogramm im Münzviertel steht zumindest abends und nachts für alle zur Verfügung, die keine warme Bleibe haben. Tagsüber stehen Tagesaufenthaltsstätten in der City und Neustadt bereit. Wir Grüne haben mit der SPD beschlossen, darüber hinaus, dem zusätzlichen Bedarf durch eine neue Tagesaufenthaltsstelle in Borgfelde zu begegnen.

 

Kommentare

  1. Johannes

    Ja, ich finde auch: Nicht vertreiben, sondern Hilfsangebote verstärken. Vor allem Tagesaufenthaltsräume scheinen mir wichtig (gerade im Winter) und mehr Sozialarbeiter => den Etat für das Personal erhöhen!

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