Der Christopher-Street-Day 2017 in Hamburg ist zu Ende. Wir Grüne haben zu vier Veranstaltungen eingeladen, die Parade und das Straßenfest am Jungfernstieg waren durch Feierlaune ob der Ehe für Alle geprägt. Dennoch gab es noch Raum für Nachdenkliches.Am 1. August habe ich mit meiner Fraktion zu einer Infoveranstaltung ins Pridehouse geladen. Thema war „Wie steht es um die sichere Unterkunft von LGBTI-Geflüchteten in Hamburg?“ Mit Katharina Fegebank, Mareike Engels (sozialpolitischen Sprecherin meiner Fraktion), Cedric Hoeber, Magnus-Hirschfeld-Centrum und Willi van Buggenum, Geschäftsführer Lawaetz-Service GmbH, gab es eine intensive Diskussion, wie Hamburg seine LGBTI-Geflüchtete in sichere Wohnungen überführen kann. Der Wohnungsmangel stellt alle Beteiligten auch hier vor große Herausforderungen. Aber auch die Frage nach einer schnellen Notlösung bei akuten Übergriffen, etwa in Hotels und Pensionen, ist aufgeworfen worden. Senatorin Fegebank hat sich viele Notizen gemacht, die jetzt zusammen mit den betroffenen Behörden, MHC und ABRIGO sowie den Regierungsfraktionen angegangen werden müssen.

Das Flaggen-Frühstück am 2. August um 10.45 Uhr im Bürgersaal des Rathauses war die größte Überraschung für mich: hier hatten sich mit 40 Anmeldungen sehr viel mehr interessiert gezeigt , wie von mir geplant. In nur 45 Minuten haben wir bei Croissants, Franzbrötchen und Kaffee über Themen, wie die aktuellen Zahlen zu Übergriffen auf LGBTI gesprochen. Dann ging es gemeinsam zur Offiziellen Regenbogenfahnen-Hissung in den Turmsaal des Rathaus (alle Gäste waren von mir bei dieser Senatsveranstaltung dann automatisch angemeldet worden). Für die meisten war es eine Premiere mit anzusehen, wie die große Fahne an das Rathaus gehängt wurde – mit tatkräftiger Mithilfe von den Senatorinnen Fegebank (Grüne) und Leonhard (SPD), sowie der Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD).

Das Fraktionengespräch mit den russischen LGBTI-Jugendlichen und Bürgerrechtlern aus St. Petersburg folgt dann eine Stunde später auf Einladung von SPD und Grünen. Traditionell berichten hier die Gäste, die auf Einladung des Lesben- und Schwulenverbandes Hamburg (LSVD) und mit finanzieller Unterstützung des Senats jedes Jahr aus der Partnerstadt St. Petersburg nach Hamburg kommen, über ihre schwierige Lebenssituation vor Ort. Senatorin Fegebank war auch hier in das Gespräch mit den Gästen eingebunden und hat viele Eindrücke mitgenommen. Eine Bitte wurde von den Gästen geäußert, dass die Regierungsverantwortlichen bei einem der nächsten Besuche einer Hamburger Delegation die Bürgerrechtler auch zum Gespräch einladen, und zwar mit den Petersburger Politikerinnen und Politikern.

Am Freitag, den 4. August, ab 17 Uhr hatte die Grüne Bürgerschaftsfraktion viele Eingetragene Lebenspartnerinnen und Lebenspartner, aber auch weitere Gäste aus der Community zu einem Rathausempfang mit dem Titel „Von der Hamburger Ehe zur Ehe für Alle“ in den Kaisersaal geladen.

 

 

 

 

Es kamen ca. 240 Gäste. Elke Winter, unsere singende Matraze vom Schmidt Theater aus St. Pauli, sorgte mit Comedy und Gesang für noch bessere Laune bei Sekt und Selters. Anja Hajduk, Grüne Bundestagsabgeordnete und Katharina Fegebank hielten launige Reden. Und Lutz Johannsen, ehemalige SPD-Bürgerschaftskollege wurde für seine Mithilfe beim Beschluss zur ‚Hamburger Ehe‘ von allen gefeiert.

 

 

 

 

 

Am Samstag, den 5. August startete dann mittags (verspätet) die große Pride Parade in der Langen Reihe mit über 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und weit über 170.000 Menschen am Straßenrand. Der Grüne Truck, diesmal leider weit hinten, startete mit dem Slogan „Ja, ich will – ‚Ehe für Alle‘ geschafft!“ Auch hier gab es großartige Feierstimmung, aber auch wichtige politische Töne.

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