Foto: Mutmacher

Was für ein toller CSD 2018! Es war für mich eine sehr schöne, aber zum Teil auch eine anstrengende Pride Week. Ich hatte viele Veranstaltungen, viele schöne Begegnungen und Erlebnisse, eine tolle Party bei der Parade am Samstag, aber vor allem auch eine Erkenntnis: es sind schwierige Zeiten, in denen wir leben. Es macht sich eine Unsicherheit breit, weil Freiheiten und Rechte, die wir mit der Community über Jahre erkämpft haben, wieder in Frage gestellt werden. Gleichzeitig haben mir die Tage aber auch gezeigt, dass große Teile der Community das verstanden haben und bereit sind für diese Rechte und Freiheiten zu kämpfen. Das zeigte nicht nur die große Beteiligung bei vielen Veranstaltungen – nicht nur der CSD-Parade – während der Pride Week, sondern auch, wie das CSD-Motto „Freie Bahn für Genderwahn“ aufgenommen wurde.

Aber der Reihe nach:

Am Freitag, dem 27.7. – noch vor offiziellem Beginn der Pride Week – hatten wir unseren Rot-Grünen CSD-Empfang im Rathaus, den ich zusammen mit meiner SPD-Kollegin Annkathrin Kammeyer ausgerichtet habe. Ein toller Empfang mit vielen bekannten Gesichtern, einem spannenden Talk mit der Zweiten Bürgermeisterin und Stefan Mielchen von Hamburg Pride, stimmungsvollen Musikeinlagen und mit einem Rekord: über 500 BesucherInnen hatten sich angemeldet und es war so voll wie nie zuvor!

Am Mittwoch während der Pride Week habe ich dann zu einem Flaggen-Frühstück im Rathaus geladen, bei dem wir uns zuerst bei Kaffee, Tee, Franzbrötchen und Regenbogen-Kuchen über die aktuellen queerpolitischen Themen austauschten und dann die mittlerweile traditionelle Hissung der Regenbogen-Flagge am Rathaus anschauten – in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal!

 

Im Anschluss haben wir uns dann noch mit einigen queerpolitischen AktivistInnen aus St. Petersburg ausgetauscht, die mit Unterstützung des LSVD Hamburg zur Pride Week nach Hamburg gekommen sind. Das machen wir nun schon seit vielen Jahren – es haben sich starke Verbindungen aufgebaut und wir bekommen einen hautnahen Eindruck von der Situation vor Ort. Schockiert wurden wir dann von Nachrichten aus St. Petersburg, als am Tag unserer CSD-Demo in unserer Partnerstadt der Versuch einer solchen zu Polizeieinsatz und Festnahmen führte.

 

Am Wochenende waren wir mit der Grünen Bürgerschaftsfraktion dann selbstverständlich auf dem CSD-Straßenfest vertreten und hatten dabei hohen Besuch: am Samstag kam unsere Parteichefin Annalena Baerbock, am Sonntag die Zweite Bürgermeisterin vorbei, um sich mit den BesucherInnen des Straßenfestes an unserem Stand auszutauschen.

Und dann war da natürlich noch die Christopher-Street-Day-Parade, bei der wir dieses Jahr auf unserem Grünen Wagen ein klares Statement vertreten haben: Solidarität mit der Community in unseren Partnerstädten Shanghai und St. Petersburg. „Homophobie bekämpfen!“ stand dort auf der einen Seite auf Russisch, auf der anderen in Chinesischer Sprache geschrieben. Ein Motto, das uns viel bedeutet und das gezeigt hat, was auch sonst beim CSD zu sehen war: Freude und ausgelassenes Feiern, aber gleichzeitig klare politische Botschaften.

 

Und wo in Hamburg überall während des CSD 2018 Flagge gezeigt wurde gibt es hier auf der Karte oder im Video zu sehen:

 

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