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Hilfe für Gastronomie: Heizpilze versus Wolldecken

Gestern am 30.September beschloss die Bürgerschaft basierend auf einem rot-grünen Vorschlag, Heizpilze in der Coronazeit bis Mai 2021 in ganz Hamburg zu erlauben. Vorausgegangen war eine Diskussion, die zwischen Klima- und Coronakrise schwankte.

© Alan Wu on Flickr

Nun gibt es den Kompromiss zwischen Grünen und SPD, die Heizpilze nach der Coronakrise für immer aus dem Stadtbild zu verbannen. Zusätzlich soll geprüft werden, ob es für diejenigen Gastronomiebetriebe, die keine Heizpilze einsetzen, einen Klimabonus geben kann. Denn nachdem unser Grüner Umweltsenator Jens Kerstan gesagt hat, dass wir uns in der Hamburger Klimapolitik auf die wichtigen Fragen, wie die Umsetzung des Klimaplans konzentrieren sollen, war die innergrüne Debatte zwischen Klimaschutz und Rettung der Gastronomie eingehegt… Auch unser Grüner Fraktionsvorsitzender Toni Hofreiter im Bundestag und der Präsident des Umweltbundesamtes haben im Vorfeld der Entscheidung dafür geworben, in dieser Krise die Heizpilze ausnahmsweise zuzulassen.

Tatsächlich wird die Situation besonders für kleine Gastronomieflächen, die durch die Abstandsregeln nur sehr wenige Gäste im Innenraum erlauben, jetzt in den Herbst/Winter-Monaten kritisch. Viele setzen deswegen auf eine Fortsetzung der Außengastronomie, die die Bezirke auch landesweit erlauben werden. Nun glauben einige, dafür würden Wolldecken und dicke Jacken reichen, viele Gastronom*innen schätzen die Lage aber anders ein, und setzen in ihrer Not lieber auf zusätzliche Heizpilze. Natürlich wissen die meisten Gastronom*innen um die Klimaschädlichkeit, haben aber auch Existenzangst, dass ihnen die Gäste in der kalten Jahreszeit dann wegbleiben. Die Frage, ob “Decken-Sharing” zwischen wechselnden Gästen im Sinne der Corona-Hygiene-Auflagen wäre, müsste auch noch geklärt werden.

Als Mitte-Bürgerschaftsabgeordneter mit besonders vielen Gastronomiebetrieben in seinem Wahlkreis begrüße ich, dass wir es jetzt geschafft haben, dass es erstens eine landesweite Regelung geben soll und zweitens hier nicht die Existenzfrage vieler Tausender in der Gastronomie gegen die Klimafrage ausgespielt wurde. Aber auch, dass wir nach der Pandemie die klimaschädlichen Heizpilzen aus dem Hamburger Stadtbild ganz verbannen.

© Alexander Rudolphi on Flickr

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