Energiepolitik Umweltpolitik

Fernwärme in Hamburg: Neue Erneuerbare Energiequellen

Die Diskussion um die das Heizen im Winter mit weniger Gas trifft auch Hamburg, aber in der Hansestadt dominieren noch Kohle. Doch die Wärmewende mit Erneuerbaren Energiequellen hat bereits konkret begonnen.

Die Umweltbehörde hat bereits vor der Pandemie ein Konzept einerseits zur Abschaltung der Kohlekraftwerke in Wedel und Tiefstack und andererseits den Einstieg von Erneuerbaren Energiequellen als Kohlersatz vorgelegt und mit dem Umsetzung begonnen.

Die Erneuerbaren sollen zukünftig Hamburgs Fernwärme mit 55% „befeuern“, die Differenz soll durch Gasverbrennung gefüllt werden. Bis irgendwann ausreichend Grüner Wasserstoff stattdessen genutzt werden kann. Angesichts der aktuellen Gasversorgungslage durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine werden wir auch in Hamburg noch sehen müssen, wie wir mit dieser Situation umgehen. Im folgenden möchte ich Euch aber mit der aktuellen  Entwicklung von Erneuerbaren Energiequellen in Hamburg auf dem Laufenden halten:

Geothermieprojekt in Wilhelmsburg:

Foto: Hamburg Energiewerke

In einer Tiefe von 1.300 Meter konnte das Projektteam der Hamburg Energie Geothermie GmbH, ein gemeinsames Tochterunternehmen der Hamburger Energiewerke und von HAMBURG WASSER Thermalwasser in einer zirka 130 Meter mächtigen Gesteinsschicht nachweisen. Dafür wurde seitlich in diese Gesteinsschicht gebohrt. Erste Fördertests haben die Durchlässigkeit des Sandsteins bestätigt, sodass jetzt die zweite Bohrung erfolgt.

Diese zweite Bohrung wird in einer seitlichen Ablenkung auf eine Tiefe von gut 1.400 Metern in das Reservoir heruntergebracht. Anschließende Fördertests sollen das geothermische Potenzial hinsichtlich Förderrate und Temperatur des Thermalwassers verlässlich quantifizieren. Diese Daten sind notwendig, um eine mögliche geothermische Wärmegewinnung für Hamburg-Wilhelmsburg zu entwickeln. Die wasserführende Sandsteinschicht ist zirka 45 Millionen Jahre alt und war ursprünglich der Strandbereich der „jungen“ Nordsee.Neben Wind und Sonne ist Geothermie die dritte Säule der erneuerbaren Energien. Sie ist konstant und lokal verfügbar. Das Hamburger Geothermieprojekt ist Teil des Reallabors IW3 – Integrierte WärmeWende Wilhelmsburg, das eine nahezu CO₂-freie Wärmeversorgung von Wilhelmsburger Wohnquartieren anstrebt.

Power-to-Heat-Anlage in Wedel

https://www.flickr.com/photos/greenoid/46472139684/in/photolist-2dNzS4E

Der Rohbau für eine der größten Wind-zu-Wärme-Anlagen dieser Art in Deutschland ist fertig. Die Anlage wird künftig überschüssigen Windstrom in Fernwärme umwandeln, mit der rund 27.000 Wohneinheiten versorgt werden können.

Mit der Fähigkeit, die Verbrauchsformen Strom und Wärme miteinander zu koppeln, trägt die neue Power-to-Heat-Anlage (P2H) dazu bei, den von den Windkraftanlagen auf See und an Land erzeugten Strom regional und effizient zu nutzen und dadurch die Wärmeerzeugung auf Erneuerbare Energien umzustellen. Mit einer Leistung von 80 Megawatt können rund 27.000 Wohneinheiten mit Fernwärme versorgt werden. Die Inbetriebnahme ist für die Heizperiode 2022/2023 geplant. Die Investitionskosten für die Anlage und deren Anbindung an das Stromübertragungsnetz betragen rund 31,5 Millionen. Euro.

Durch den Einsatz der Anlage können ab 2023 pro Jahr bis zu 100.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Gleichzeitig kann der Kohleeinsatz im Heizkraftwerk Wedel bis zur Stilllegung um rund 50.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden.

Ältere Posts zum Thema:

Kraftwerke Tiefstacke: Weg von Kohle – hin zu Erneuerbaren
Hamburgs Wärmewende mit Gasrisiko?
Präsentation zu Hamburgs Wärmewende aus 2019

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.