Frust im Knast

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Senatorin Schiedeck will den Beschäftigtenfrust aussitzen

Nach der Präsentation einer wissenschaftlichen Studie in einer Anhörung des Justizausschusses der Hamburger Bürgerschaft im März regiert bei den Beschäftigten in den Justizvollzugsanstalten der Frust. Der Krankenstand liegt in Billwerder bei über 20% und mehr. Und was tut SPD-Senatorin Schiedeck? Sie setzt Arbeitsgruppen ein…Am 5. April 2012 wird der Justizausschuss sich mit der Auswertung der Anhörung beschäftigen und den Senat fragen, was er für Konsequenzen aus den erschreckenden Befunden der Wissenschaftler über die Zustände in den Justizvollzugsanstalten ziehen will.

Schon jetzt wurde bekannt, dass SPD-Senatorin Schiedeck eine Lenkungsgruppe eingesetzt hat, die wiederum eine Projektgruppe einsetzen soll, die wiederum Projektteams bilden soll, um dann bis zum Ende der Wahlperiode 2015 (!) ein Ergebnis vorzulegen. Die Stimmung der Justizvollzugsbeschäftigten ist vor diesem Hintergrund auf dem Siedepunkt, sie haben zu Recht Angst und Sorge, dass die Probleme ausgesessen werden sollen. Und dann ein neuer Senat ab 2015 sich der Problemlösung annehmen soll.

Nur, die Problemlagen der Beschäftigten sind so gravierend, dass jedes weitere Zuwarten ohne das Angebot von Lösungen, den Frust in den Justizvollzugsanstalten weiter befeuert. BILD Hamburg berichtete über dieses skandalöse Aussitzmanöver und die Senatorin bietet nun vorab eine Schichtzulage an, als Trostpflaster an. Doch die strukturellen Probleme der Beschäftigten, wie intransparente Beförderungssysteme, mangelnde Führungsqualitäten des Leitenden Personals, geringe Anerkennung des schwierigen Jobs im Gefängnisalltag, lässt sie außen vor.

Wortprotokoll der Anhörung im Justizausschuss und Studie zur Situation der Beschäftigten

Einsetzungsverfügung der Senatorin für Arbeitsgruppen

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