Am 8. Mai 2013 durfte ich auf eigenen Wunsch einmal eine Hospitanz bei einer Hamburger Berufsbetreuerin machen. Berufsbetreuer sind Menschen, die auf Anordnung des Gerichts anderen Menschen bei der Organisation ihres Lebens zur Seite stehen. Früher wurden Berufsbetreuer mal Vormund genannt, aber dies ist schon länger Vergangenheit. Denn eine totale oder auch nur teilweise Entmündigung steht eher selten an. Im Vordergrund stehen meist Rat und Hilfe bei der Kommunikation mit staatlichen Behörden. Damit ich mir als Abgeordneter ein Bild über diesen Beruf bilden kann, wollte ich mal live dabei sein….

Vorausgegangen waren mehrere Gespräche mit dem Verband der Berufsbetreuer hier in Hamburg. Zentral geht es den Berufsbetreuern darum, dass Ihr Beruf angemessener bezahlt als jetzt und dass die Ausbildung professionalisiert wird, denn bisher kann praktisch jeder diesen Beruf ohne Ausbildung ergreifen. Merkwürdigerweise ist das Salär der Berufsbetreuer in auf Euro und Cent genau in einem Bundesgesetz geregelt. Die Bundesländer können hier nichts dran ändern, obwohl sie die Betreuer bezahlen und auswählen.

An diesem Tag jedenfalls durfte ich mit Erlaubnis der Betroffenen mal eine Berufsbetreuerin bei Ihrem Job begleiten. Ich muss sagen, dass ist ein harter Job, sich immer wieder neu auf die besonderen schwierigen Situationen der Klienten einzustellen. Und natürlich hat jede/r sein eigene Geschichte, warum sie oder er überhaupt in so eine Situation geraten ist.

Parlamentarisch fällt diese Aufgabe zwischen zwei Ausschüssen, nämlich zum einen den Justizausschuss, dem ich vorsitze und zum anderen den Sozialausschuss. Ich habe mir jetzt vorgenommen, mehr über die Situation der Berufsbetreuer in Hamburg zu erfahren, man muss zur zeit von mehreren tausend Menschen in Hamburg ausgehen, die einen Berufsbetreuer vom Gericht an ihre Seite gestellt bekommen haben.

 

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