Hafencity Verkehrspolitik

Hochbahn startet Testbetrieb von autonomen E-Bussen

Das Projekt HEAT startet in den Praxistest: ab heute fahren die autonomen Kleinbusse durch die Hafencity.

Ab Mitte des kommenden Jahres sollen die Busse (dann noch zur Sicherheit begleitet) die ersten Fahrgäste transportieren, ein Jahr später soll er bereits komplett ohne Begleitung fahren und pünktlich zum Weltkongress für Intelligente Verkehrssysteme (ITS) in Hamburg fünf Haltestellen auf der 1,8 Kilometer langen Teststrecke in der Hafencity anfahren. Dabei wird er ganz normal in den ÖPNV eingebunden – einmalig!

© HOCHBAHN

Ich hatte bereits in vergangenen Jahr dazu eine Infoveranstaltung mit dem Titel „Autonomes Fahren in der Hafencity –Chancen und Grenzen künstlicher Intelligenz“ gemacht, bei der unter anderem das HEAT-Projekt (Hamburg electric autonomous Transportation) von der Projektleiterin Natalie Rodriguez vorgestellt wurde.

Ich habe damals aus der Diskussion mitgenommen, dass die Anwohnerinnen und Anwohner zum Teil Bedenken wegen der Verkehrssicherheit haben. Der Test wird darüber Aufschlüsse geben und ich bleibe natürlich am Thema dran. Ich freue mich, dass wir in der Verkehrspolitik in Hamburg neue Wege gehen und neue Dinge ausprobieren – bei dem Projekt sehe ich großes Potenzial für die Zukunft. Vor allem weniger zentrale Regionen könnten so besser an den öffentlichen Nahverkehr angebunden werden – ein wichtiger Bestandteil der Verkehrswende.

4 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Katja Bottenberg sagt:

    Ich finde es großartig, wenn der öffentliche Nahverkehr großzügig ausgebaut und insbesondere weniger zentrale Regionen besser angebunden werden. Hierfür Kleinbusse einzusetzen, ist ein guter Weg. Frage dazu aber: Was ist der Vorteil autonomer Fahrzeuge gegenüber herkömmlichen mit Fahrer? Überwiegt dieser Vorteil das Bedürfnis der Mehrheit (im Zweifel mal abstimmen lassen darüber) nach einem Menschen, mit dem man kommunizieren und ihn z.B. um Hilfe bitten oder etwas fragen kann? Mir fallen sofort Situationen ein, in denen ich hoch dankbar war, dass sich ein Fahrer im Bus befand.

  2. Hans-Jürgen Maass sagt:

    „Was ist der Vorteil autonomer Fahrzeuge gegenüber herkömmlichen mit Fahrer?“

    Gute Frage! – Der Vorteil autonomer Fahrzeuge liegt darin, dass der ÖPNV wesentlich kleinere Fahrzeuge einsetzen kann, insbes. in den Randgebieten. Die verkehren dann 24/7 und ggf. auch nicht mehr stur auf Linien und nach Fahrplan sondern reagieren flexibel auf den aktuellen Bedarf. Das wird in 10 – 20 Jahren ungefähr die Hälfte dessen kosten was die heutige Bedienung mit Linienbussen kostet. Es wird vor allem auch wesentlich weniger Energie pro Pkm benötigt, vor allem weil die Auslastung kleinerer Fahrzeuge besser ist. Um 10 Fahrgäste zu befördern fährt nicht ein halbleerer Riesenbus sondern 2 E-Autos, in denen man die Fahrgäste nach ihren Zielen platziert.

    Heutiger ÖPNV kommt über den ganzen Tag gesehen auf einen durchschnittlichen Besetzungsgrad von lediglich 20%. Vor allem deshalb verbraucht der ÖPNV mit seinen fahrergelenkten Großgefäßen pro Personenkilometer ungefähr 2/3 dessen was Autoverkehr benötigt (wenn man korrekter Weise berücksichtigt, dass der kollektive ÖPNV idR 20% linienbedingte Umwege fährt).

    IM KLATEXT: Selbst wenn alle(!!) Autofahrer auf den heutigen kollektiven ÖPNV umsteigen, würde man die Klimaziele von Paris um Längen verfehlen; bereits die von 2030 (- 50%), die von 2040 (- 75%) und erst recht die von 2050 (- 87,5%). Das geht nur mit neuen Verkehrssystemen. Der Farid ist da auf dem richtigen Dampfer. Leider denkt seine Partei mehrheitlich anders, die glaubt der heutige ÖPNV wäre DIE Lösung, in Wahrheit ist der heutige ÖPNV eher Teil des Problems. Sind halt Eisenbahnfans. Dass die Grünen im Verkehrsbereich das Klima gegen die Wand fahren, macht die Wahlentscheidung schwierig, mir jedenfalls.

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